„Hilfsbereit zu jeder Stund“

Sanitätskutsche, gezogen von zwei Pferden (DRK)
Sanitätskutsche, gezogen von zwei Pferden (DRK)

Das Rote Kreuz im Kaiserreich (1882 – 1909)

Zwei Jahrzehnte nach Gründung des Roten Kreuzes haben fast alle europäischen Staaten eine nationale Hilfsgesellschaft eingerichtet und sind der Genfer Konvention beigetreten. In Nord- und Südamerika macht das Beispiel ebenfalls Schule. Und über das Osmanische Reich auch in Vorderasien und Nordafrika, dort dann unter dem Symbol des Roten Halbmonds. In den deutschen Staaten entwickelt sich das Rote Kreuz parallel auch zur Hilfsorganisation für Friedenszeiten. Den Frauenvereinen kommt dabei große Bedeutung zu, insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen. Gliederungen wie die Schwesternschaften, die Wasserwacht und die Sanitätskolonnen entstehen. Auch im Ausland kommt es zu ersten großen Friedenseinsätzen, so nach der Brandkatastrophe im norwegischen Aalesund und dem schweren Erdbeben auf Sizilien. 1901 wird Henry Dunant mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

1882

Gründung des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V.

Der „Verband Deutscher Krankenpflegeinstitute vom rothen Kreuz“ wird in Bremen gegründet. Die gesellschaftliche Umbruchsituation und die Erfahrungen der Kriege im 19. Jahrhundert erfordern eine grundlegende Neustrukturierung der Krankenpflege.

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1883

Erster Einsatz auf dem Wasser

1883 schlägt die Geburtsstunde der heutigen Wasserwacht, die in den folgenden Jahren für viele Flutopfer, Badegäste und Wassersportler zur Rettung wird. Im 19. Jahrhundert sind die Sanitätskolonnen zunächst für viele verschiedene Aufgaben zuständig.

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1885
Eine Rädertrage von Louis Appia im Rotkreuzmuseum von Castiglione (Jörg F. Müller / DRK)

Vorsprung mittels Technik

Dank der ausgefeilten und innovativen Mechanik gleiten die neuen fahrbaren Tragen auf jedem Untergrund fast stoßfrei dahin. So können die Sanitäter des Roten Kreuzes Verletzte schnell und sicher abtransportieren.

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1892
Schwester vom Vaterländischen Frauenverein Lüneburg und eine Mutter mit ihren sechs Kindern (DRK)

Das Rote Kreuz kämpft gegen Cholera und Typhus

Tuberkulose (TBC), auch Schwindsucht genannt, tötet viele tausende von Menschen. Das Rote Kreuz entdeckt in der Seuchenbekämpfung eine wichtige Mission. 1892 bricht in Hamburg eine lebensbedrohliche Choleraepidemie aus. Zur gleichen Zeit rafft auch die Schwindsucht tausende von Menschen dahin.

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1895
Im Gemeindekrankenhaus von Heiden verbringt Henry Dunant die letzen achtzehn Jahre seines Lebens (Jörg F. Müller / DRK)

Dunant lebt!

Henry Dunant kümmerte sich unablässig um die humanitäre Mission, nicht aber um seine Finanzen. Er musste schließlich Bankrott anmelden. Als Clochard irrt er mittellos durch Europa, bis ihn ein Journalist entdeckt.

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1899
Ambulanzwagen im Burenkrieg (IKRK)

Am Kap der Guten Hoffnung

Während des Burenkrieges leisten deutsche Rotkreuzhelfer ihren bisher größten Einsatz in Übersee. In Südafrika ziehen die Briten gegen die beiden Burenrepubliken im Landesinneren zu Felde. Den Buren gehören die Sympathien der deutschen Öffentlichkeit.

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1900
Zeichnung der Arbeitergärten in Berlin-Charlottenburg, Rotkreuz-Museum Luckenwalde (Reproduktion: Jörg F. Müller / DRK)

Gärten für die Gesundheit

Gegen Tuberkulose (TBC) ist kein Kraut gewachsen – Gartenarbeit, frische Luft, Sonne und Erholung beugen aber wirksam vor. Darum erholt sich die gestresste Bevölkerung gerne nach Feierabend in den „Arbeitergärten vom Roten Kreuz“.

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1901

Friedensnobelpreis für Henry Dunant

Die Auszeichnung ist für den Gründer des Roten Kreuzes eine Genugtuung nach Jahren der Armut und Einsamkeit. Verarmt und verbittert, führt Henry Dunant im Appenzeller Kurort Heiden ein zurückgezogenes Leben.

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1902
Zur weitläufigen, campusartigen Anlage der Heilstätten in Hohenlychen gehörte auch eine Schule für Schwesternhelferinnen (DRK)

Kampf dem „inneren Feind“

Als Spezialklinik gegen Tuberkulose entsteht in Hohenlychen eine der modernsten und erfolgreichsten Heilstätten Europas. Um die Jahrhundertwende sind in Deutschland eine Million Menschen an Tuberkulose erkrankt, 100.000 sterben jährlich daran.

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1903

Gründung der Oberinnenschule

Der medizinische Fortschritt und die Entwicklungen in der Wissenschaft nehmen stetig zu und führen zu steigenden Anforderungen an die Aus- und Fortbildung der Schwestern. In der Münchner Oberinnenschule wird Krankenpflege erstmals in Europa qualifiziert.

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1904
Versorgung eines russischen Verwundeten durch das Japanische Rote Kreuz im Marinehospital von Sasebo während des Russisch-Japanischen Krieges (IKRK)

Bis ans Ende der Welt

Während des Russisch-Japanischen Krieges führt das Rote Kreuz mehrere teilweise abenteuerliche Missionen durch. Im Fernen Osten liegen Japan und Russland im Krieg miteinander. Mit der transsibirischen Eisenbahn machen sich mehrere Rotkreuzexpeditionen auf den langen Weg zum Kriegsschauplatz.

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1905
Sanitäts-Automobil des Roten Kreuzes in Deutschland, um 1910 (DRK)

Der erste motorisierte Krankenwagen

Laut, stinkig und langsam – so würde man heute den ersten motorisierten Krankenwagen beschreiben. 1905 zählt er aber zu den wichtigsten Errungenschaften des Rettungswesens.

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1906
Postkarte zum Basar des sächsischen Albert-Vereins in Bautzen mit einer Abbildung von Schloss Ortenburg und einem Porträt der sächsischen Königin Carola (Rolf Zimmermann / DRK)

Post für einen guten Zweck

Mit Wohltätigkeitsveranstaltungen aller Art sammeln die Frauenvereine vom Roten Kreuz Geld für Hilfsprojekte. Von Anfang an sind Basare für die Rotkreuzvereine ein beliebtes Instrument der Mittelbeschaffung.

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1907
Russische Kriegsgefangene im Lager Matsuyama während des im Russisch-Japanischen Krieges 1904/05 (IKRK)

Regelwerke für den Kriegsfall

Bei zwei aufeinander aufbauenden Konferenzen in Den Haag wird die „Haager Landkriegsordnung“ beschlossen – ein weiterer Meilenstein des Völkerrechts.

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1908
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz aus Dresden. Kolorierte Postkarte, ausgestellt im Rotkreuzmuseum Beierfeld (Simon Jägersküpper / DRK)

Gruppenbild vor Hilfsstation

Mit den freiwilligen Sanitätskolonnen entwickelt das Rote Kreuz vielfältig einsetzbare Teams für Unfälle, Krankentransporte und Erste Hilfe.

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1909
Mit solchen Koffertruhen reisten Rotkreuzschwestern zu ihren Einsätzen, Rotkreuz-Museum Nürnberg (Rolf Zimmermann / DRK)

Sizilianische Hilfsexpedition bringt DRK-Schwestern große Verdienste

Am 28. Dezember 1908 ereignet sich eine der schwersten Naturkatastrophen Europas. Elsbeth von Keudell und ihre Schwestern leisten bemerkenswerte Hilfe. In der Meerenge zwischen Sizilien und dem italienischen Festland rutscht unter Wasser ein Hang ab.

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