TUIfly-Passagiere spenden großzügig für den Sudan

Foto: TUIfly-Geschärtsführer Friedrich Keppler und Pilot Jörg Schönfeld überreichen einen symblischen Scheck an DRK-Generalsekretär Graf Waldburg-Zeil.
TUIfly-Geschärtsführer Friedrich Keppler und Pilot Jörg Schönfeld überreichen einen Scheck für die Sudanhilfe des DRK.

Urlauber auf den Flügen von TUIfly haben im vergangenen Sommer 61.000 Euro für die Sudanhilfe des Deutschen Roten Kreuzes gespendet. Die Firma TUIfly rundete den Betrag auf 70.000 Euro auf.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass TUIfly unter ihren Passagieren Geld sammelt. Seit 2005 spendeten die Urlauber insgesamt fast 400.000 Euro. Mit den Spenden von TUIfly werden verschiedene Projekte zur Trinkwasserversorgung, eine Gesundheitsstation und Ernährungssicherung im Sudan ermöglicht. An Bord wird ein Film gezeigt, der die Fluggäste über die Hilfe informiert und sie um Spenden bittet.

„Es geht um sinnvolle, langfristige Hilfe“

Anlässlich der Scheckübergabe hat drk.de das folgende Interview mit der TUIfly-Geschäftsleitung geführt. drk.de: Eine Fluggesellschaft, die vorrangig Flüge in sonnige Urlaubsländer anbietet, hat nicht unbedingt einen direkten Bezug zu dem armen Land Sudan. Warum engagieren Sie sich trotzdem gerade für dieses Land?
Friedrich Keppler, Geschäftsführer TUIfly: Der Entschluss ist ziemlich spontan gefallen. Die Tochter eines Piloten hatte die Bilder von Flüchtlingen in Darfur gesehen und gefragt, ob wir nicht etwas für sie tun könnten. Wir haben dann angefangen, auf den Flügen Geld für die Sudanhilfe des DRK zu sammeln. Das war 2006. Inzwischen ist es zu einer festen Einrichtung geworden.

drk.de: Viele gemeinnützige Organisationen werben um Spenden, warum haben Sie für Ihr gesellschaftliches Engagement das DRK als Partner gewählt?
Keppler: Das Rote Kreuz hat einen besonderen Namen. Es ist unpolitisch, überparteilich, absolut neutral. Und man weiß, dass die Spenden gut ankommen.

drk.de: Wie waren die Reaktionen der Fluggäste auf die Spendensammlungen?
Jörg Schönfeld, Flottenchef B737: Wir haben diese Spendensammlung ja nicht zum ersten Mal gemacht, viele Passagiere kennen sie schon. Sie wissen also, dass es um eine langfristige, sinnvolle Hilfe geht. Entscheidend für die Spendenbereitschaft dürfte der kurze Einspielfilm sein, den wir auf den Flügen vorführen. Er zeigt, was das DRK mit den eingeworbenen Spenden im Sudan macht. Außerdem ist der Urlaub für unsere Gäste natürlich eine Zeit, in der sie es sich gutgehen lassen wollen und auch für den Gedanken empfänglich sind, dass man anderen hilft, die es gerade besonders schwer haben.

drk.de: Wie kann man sich konkret das Sammeln an Bord vorstellen?
Schönfeld: Die Crews, die Piloten und Flugbegleiter, informieren an Bord über die Aktion,  sammeln das Geld ein, zählen es und kümmern sich um die sichere Verwahrung. Dabei müssen wir die Schritte minutiös planen, um wirklich bei jedem Flug, zu jeder Uhrzeit, die Sammlung durchführen zu können. Aber diese Mühe ist es wert, denn die Sudanhilfe ist uns eine richtige Herzensangelegenheit geworden. Eine Mitarbeiterin des Kabinenpersonals hat sich sogar eine Auszeit von einem Jahr genommen, um in dieser Zeit als Ehrenamtliche in einem Krankenhaus im Sudan zu arbeiten.

drk.de: Dieses Jahr stehen Haiti und Pakistan im Mittelpunkt, wenn es um Spenden für die internationale Katastrophenhilfe geht. Wie wichtig ist es, für den Sudan zu sammeln?
Clemens Graf von Waldburg-Zeil, DRK-Generalsekretär: Auch wenn die Medien nur punktuell darüber berichten: Der Sudan bleibt ein Krisenherd, die politische Lage ist immer noch sehr instabil. Dementsprechend wichtig ist auch die humanitäre Hilfe, was man schon an der großen Zahl von Patienten sieht, die dort in die Kliniken des Roten Kreuzes kommen.

drk.de: Was macht das Rote Kreuz mit den von TUIfly gesammelten Spenden? Welche Prioritäten gelten 2010 für die Sudan-Hilfe?
Graf von Waldburg-Zeil: Mit den Spendengeldern der letzten Jahren haben wir unter anderem eine Gesundheitsstation in Kosti am Weißen Nil errichtet, in der hauptsächlich Menschen behandelt wurden, die wegen des jahrzehntelangen Bürgerkrieges geflohen und nun in den Süden des Landes zurückgekehrt sind – und in diesen zerstörten Regionen vor dem Nichts standen. Dieses Projekt ist nun erfolgreich abgeschlossen und wir bereiten uns auf das Frühjahr 2011 vor. Dann soll im Südsudan ein Referendum über die Unabhängigkeit des Landesteils stattfinden und man muss befürchten, dass diese Abstimmung von blutigen Auseinandersetzungen begleitet sein wird. Deshalb planen wir, dort Erste-Hilfe-Stationen einzurichten und Personal zu schulen.

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