Haiti: Sanitäre Anlagen müssen eine Schlüsselrolle beim Wiederaufbau spielen

Foto: Eine Frau schaut aus ihrer provisorischen Unterkunft.
Camp Jacobad in Haiti - Zehntausende Menschen leben in provisorischen Lagern wie diesem. Das Erdbeben vom 12. Januar hat schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen obdachlos hinterlassen.

Schon vor dem Erdbeben war die sanitäre Situation in Haiti schlecht. Nach der schweren Katastrophe ist es eine große Chance, beim Wiederaufbau die sanitäre Versorgung zu verbessern.  

"Eine einfache Rückkehr zum Standard der Abwasserversorgung vor dem Erdbeben wäre inakzeptabel", sagt Matthias Schmale von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung (IFRC). " Es ist eine große Chance für die Menschen eine Veränderung zu erreichen, aber wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, um die Abwasserentsorgung in den Plänen für Haitis Zukunft angemessen zu berücksichtigen. Die haitianischen Behörden benötigen dringend unsere Unterstützung.“ Ein Bericht des IFRC bezeichnet die sanitäre Situation in Haiti als „vernachlässigten Zwilling in der Wasserversorgung nach Katastrophen“ und als unhaltbar. Das IFRC fordert, der Verbesserung der sanitären Anlagen jetzt und in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei sind Ressourcen und innovative Lösungen unverzichtbar, um die zwei Millionen betroffenen Menschen zu versorgen. Es ist notwendig, nachhaltige und geeignete technische Systeme zu entwickeln, die den Menschen in den kommenden Jahren – abhängig von der verfügbaren Fläche – eine sichere und zuverlässige Abwasserentsorgung sichern. Das Rote Kreuz hat in den provisorischen Lagern von Port-au-Prince bisher etwa 2.700 Latrinen gebaut. Jeden Tag produziert und vertreibt es 2,4 Millionen Liter sauberes Wasser – genug für 280.000 Menschen. Aber trotz der Erfolge kann etwa die Hälfte der betroffenen Bevölkerung noch keine Verbesserung in ihrer sanitären Situation verzeichnen. "Auch sechs Monate nach dem Erdbeben wird das Rote Kreuz einen Großteil der Wasser- und Sanitärversorgung im Interesse der haitianischen Behörden sicherstellen", sagt Gianluca Salone, IFRC-Koordinator für Wasser- und Abwasserentsorgung in Haiti. "Das ist jedoch ein viel breiteres Thema im Bereich des Stadtumbaus, das außerhalb der Kapazitäten und des Aufgabenbereichs von humanitären Organisationen liegt. Unsere Kapazitäten sind gespannt und wir befinden uns in einer kritischen Situation, ohne derzeit eine Lösung zu haben. Von nun an müssen die sanitären Einrichtungen in umfassendere Pläne integriert und langfristige Lösungen gefunden werden. " Während die Wiederaufbaubemühungen voranschreiten, verlagert sich der Schwerpunkt darauf sicherzustellen, dass die Menschen, die  in ihre Heimat zurückkehren, Zugang zu angemessenen Sanitäreinrichtungen haben. Die Abwasserentsorgung in die Wiederaufbaupläne zu integrieren, ist für eine gesunde Zukunft Haitis von entscheidender Bedeutung. Den Report “Haiti - From sustaining lives to sustainable solutions: the challenge of sanitation“ (Zu Deutsch: Haiti – Von der Lebenserhaltung zu nachhaltigen Lösungen: Die Herausforderung Hygiene“ erhalten Sie <link http: www.ifrc.org docs reports _blank external-link-new-window ifrc-report zum download als pdf-datei in neuem>hier (PDF-Download in englischer Sprache).
Foto: Eine Frau schaut aus ihrer provisorischen Unterkunft.
Camp Jacobad in Haiti - Zehntausende Menschen leben in provisorischen Lagern wie diesem. Das Erdbeben vom 12. Januar hat schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen obdachlos hinterlassen.
Foto: Ein Mann vor Latrinen.
Latrinen in Port-au-Prince. Haiti ist das einzige Land in der Welt, in dem sich der Zugang zu sanitären Einrichtungen in den letzten Jahren verschlechtert hat. Vor dem Erdbeben hatten nur 17 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer Toilette (Quelle: Unicef).
Foto: Eine Frau zapft Wasser aus einem Hahn.
Der Zugang zu Wasser ist unabdingbar, um nach Katastrophen Krankheiten zu verhindern.
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